

Solidarität mit Initiative „Delmenhorst sagt NEIN!“ gezeigt
Im Kampf gegen rechts hatten städtische Musikschule und Gesangsverein Teutonia ein attraktives Programm zusammengestellt. Damit sagte Delmenhorst erneut auch musikalisch „Nein“.
Delmenhorst (rh). Die Aula des Gymnasiums an der Willmsstraße hatten sich der Gesangsverein Teutonia sowie die Musikschule der Stadt Delmenhorst (MSD) ausgesucht, um am Freitagabend in einem knapp zweistündigen Gemeinschaftskonzert das vielstimmige „Nein“ Delmenhorsts zu einem Verkauf des Hotels am Stadtpark als rechtsradikales Schulungszentrum zu verstärken. Mit einem begeistert aufgenommen Programm zeigten gestandene Sänger ebenso wie junge Instrumentalisten, dass ein effektvoller Protest auch in ausgewogenen, teilweise ausgesprochen zarten Tönen daher kommen kann.
Mit dem israelischen Kanon „Friede mit Euch, Freunde“ nahmen die Teutonia-Sängerinnen und -Sänger unter Leitung von Helmfried Röder unmissverständlich auch die jüdischen Mitbürger mit ins Abwehrboot gegen rechts und erinnerten zugleich an die unsägliche deutsche antisemitische Geschichte. Gerade als der kopfstarke und am Freitagabend glänzend disponierte Chor mit den Gästen ein gemeinsames „Schützt unsere Stadt vor Hass, Bosheit und Gewalt“ einstudierte, platzte in die Versammlung die Botschaft von der angeblichen Mergel-Bereitschaft, nun doch an die Stadt zu verkaufen. Doch die Konzertorganisatoren blieben skeptisch. „Erst wenn ein Notarvertrag unterschrieben ist, werden wir aufatmen können.“
Mit dem Jugendorchester unter Leitung von Oliver Völker stellten sich nach den Sängern zehn junge Streicherinnen vor, die gefühlvoll das Liebesthema aus „Jenseits der Stille“ interpretierten. Das Flötenensemble „Mozartkugeln“ unter Leitung von Ilsa Rappold bot anschließend melancholische Tanzmelodien an, und ein Querflötentrio, bestehend aus Lena Münstermann, Rebecca Schwager und Alexandra Coldewey, überzeugte mit einer sicher vorgetragenen Gavotte von Antonin Dvorak.
Das antifaschistische Konzert wurde von Fred Molde (Akkordeon) und Günter Matysiak (Klavier) mit „Adios Nonino“ des Argentiniers Astor Piazzolla fortgesetzt, bevor ein Gitarrenquartett aus MSD-Lehrkräften melancholisch, zart und leise lateinamerikanische Volksstücke präsentierte. Nach dem Auftritt eines weiteren Querflöten-Trios sowie dem Klavier-Solo von Paul Fröhlich endete der musikalische Abend mit zwei locker vorgetragenen Liedern des MSD-Jugendchors.
Bildunterschrift:
Zwei Stunden lang gab es am Freitag in der Aula des Willms-Gymnasiums ein vielstimmiges Nein gegen rechts. FOTOs: michael zimmermann