
Pago & Balke am Mittwoch mit Erfolgsstück in der Villa
Genmanipulierte Retortenbabys sind keine Gewähr für Intelligenz und Gesundheit. Diese Lektion lernt Traute Backhaus im Erfolgsstück des Kabarettistenduos Pago Balke und Walter Koch.
delmenhorst (fh). Was in ganz Deutschland für Gesprächsstoff gesorgt hat, ist auch den beiden Kabarettisten Pago Balke und Walter Koch nicht entgangen: Der Poker um das Hotel am Stadtpark. Darum haben sie sich kurzerhand entschlossen, die Gage ihres Auftritts in Delmenhorst am Mittwoch, 11. Oktober, für den Hotelkauf zu spenden. „Je mehr Leute kommen, desto mehr Geld landet auf dem Treuhandkonto“, erläuterte Birgit Lohstroh, Leiterin des KulturBüros. Zur Erklärung: Von jeder verkauften Eintrittskarte erhalten die Künstler einen bestimmten Prozentsatz als Gage. Bei dürftiger Resonanz würde sie entsprechend niedrig ausfallen. Und umgekehrt bei vollem Haus.
Balke und Koch sind die ersten Künstler, die ihre Gage zur Verfügung stellen. Erwartet hatten sie das nicht. „Wir dachten, alle in Delmenhorst gastierenden Künstler verzichten auf ihre Gage und kaufen sich dafür ein Bett im Hotel“, scherzte Balke. Aber weit gefehlt. Eine Bilanz, die Balke „freudig und traurig zugleich“ fand.
Als Maskenkabarett Pago & Koch haben die beiden Künstler seit 1991 rund 450 Vorstellungen gegeben. Auch in Delmenhorst sind sie schon zu Gast gewesen. Jetzt befinden sie sich mit ihrem Erfolgsstück „Das Hoffnungs-Los“ auf Abschlusstournee. Außer dem Gastspiel in Delmenhorst stehen im Oktober noch Stationen in Weyhe, Garbsen und Schortens auf dem Programm.
Das Stück führt die „Segnungen“ der modernen Gen-Technologie ad absurdum. Traute Backhaus alias Walter Koch bringt dank Unterstützung der „Sunshine-Genetic GmbH“ nach nur dreimonatiger Schwangerschaft ihren Klaus zur Welt – als Retortenbaby ein Produkt aus Wissenschaft und Mutterliebe, live geboren in einer Fernsehshow. Wirklich glücklich wird die Mutter unterdessen nicht: Das überraschend schnell wachsende Kind ist alles andere als intelligent und leidet unter Gelbsucht.
Ob Balke und Koch noch mal mit einem neuen Stück debütieren, steht in den Sternen. Vielleicht lassen die Künstler ihre Masken schon bald für immer fallen. Balke: „Meinen Babyspeck habe ich inzwischen verloren. Jetzt kann ich mich mit meinem Gesicht auch mal sehen lassen.“
Bildunterschrift: