
Paul Glöckner liest in der Stadtbücherei
delmenhorst (an). Die Schüler der 10. Klassen der Integriertengesamtschule (IGS) hatten gestern Vormittag in der Stadtbücherei Delmenhorst die Gelegenheit ihr Wissen über das Dritte Reich zu erweitern.
Anlässlich der aktuellen Auseinandersetzung mit dem möglichen Verkauf des Hotels am Stadtpark an den Rechtsextremisten Jürgen Rieger und dem Einzug der NPD in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, wollte Paul Wilhelm Glöckner, Autor des Buches „Delmenhorst unter dem Hakenkreuz“ den Jugendlichen nahe bringen, wie die Nazis in den 1930er Jahren in Delmenhorst die Macht übernahmen. „Delmenhorst war am Anfang eine Hochburg von Gegnern des Nazitums“, erklärt Glöckner und lobt, dass sich auch jetzt so viele Menschen gegen die Rechten wenden.
Der Autor bemüht immer wieder Passagen aus seinem Buch, zitiert Delmenhorster Zeitzeugen und berichtet auf diese Weise anschaulich aus der Zeit, die zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte zählt. „Viele Delmenhorster wollten alles verschweigen“, erzählt Glöckner, der seit den 1980er Jahren in der Stadt nachforscht. „Geschichte ist meine Leidenschaft und an der Aufklärung über die rechten Machenschaften in Delmenhorst hängt mein Herzblut“, erklärt der Autor seine langjährige Beschäftigung mit diesem Thema, zu dem er demnächst einen VHS-Kurs anbieten wird, für den er sich auch junge Teilnehmer wünscht.
Bildunterschrift:
Glöckner ließt den Schülern wichtige Passagen aus seinem Buch „Delmenhorst unter dem Hakenkreuz“ vor.FOTO: Annaabell neuhof