Samstag, 30. September 2006„Delmenhorst unter dem Hakenkreuz“delmenhorst (an). Die Schüler der 10. Klassen der Integriertengesamtschule (IGS) hatten gestern Vormittag in der Stadtbücherei Delmenhorst die Gelegenheit ihr Wissen über das Dritte Reich zu erweitern. Anlässlich der aktuellen Auseinandersetzung mit dem möglichen Verkauf des Hotels am Stadtpark an den Rechtsextremisten Jürgen Rieger und dem Einzug der NPD in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, wollte Paul Wilhelm Glöckner, Autor des Buches „Delmenhorst unter dem Hakenkreuz“ den Jugendlichen nahe bringen, wie die Nazis in den 1930er Jahren in Delmenhorst die Macht übernahmen. „Delmenhorst war am Anfang eine Hochburg von Gegnern des Nazitums“, erklärt Glöckner und lobt, dass sich auch jetzt so viele Menschen gegen die Rechten wenden. Der Autor bemüht immer wieder Passagen aus seinem Buch, zitiert Delmenhorster Zeitzeugen und berichtet auf diese Weise anschaulich aus der Zeit, die zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte zählt. „Viele Delmenhorster wollten alles verschweigen“, erzählt Glöckner, der seit den 1980er Jahren in der Stadt nachforscht. „Geschichte ist meine Leidenschaft und an der Aufklärung über die rechten Machenschaften in Delmenhorst hängt mein Herzblut“, erklärt der Autor seine langjährige Beschäftigung mit diesem Thema, zu dem er demnächst einen VHS-Kurs anbieten wird, für den er sich auch junge Teilnehmer wünscht. Bildunterschrift: Glöckner ließt den Schülern wichtige Passagen aus seinem Buch „Delmenhorst unter dem Hakenkreuz“ vor.FOTO: Annaabell neuhof Bürgerforum will CDU-Plan nicht prüfen
delmenhorst (fh). Das Bürgerforum fühlt sich missverstanden: Anders als in unserer Zeitung am Donnerstag berichtet, wolle das Bürgerforum den CDU-Vorschlag zum Hotel am Stadtpark nicht prüfen. Vielmehr dränge das Bürgerforum mit seinem offenen Brief an die CDU-Fraktion auf die Beantwortung einer Reihe von Fragen, die sich aus dem Vorschlag ergeben hätten. Nur um die Chance einer Antwort zu erhöhen, sei das Forum ausführlich auf die CDU-Pläne eingegangen. „Aus dem Inhalt unserer Fragen und den möglichen Antworten ergibt sich, dass die CDU-Fraktion vermutlich und hoffentlich öffentlich von ihrem Vorschlag zurückgehen muss“, schreibt Eva Sassen, Sprecherin des Bürgerforums.
Im offenen Brief hatte das Forum die Frage aufgeworfen, wie bei einer Zwangsversteigerung sichergestellt werden könnte, dass nicht Neonazis oder deren Strohmänner das Hotel kaufen. Weiter stelle sich die Frage, was aus dem städtischen Vorkaufsrecht werde und mit welchem Geld die Stadt die Schulden übernehmen solle, ob auch die Einbeziehung von Spendengeldern vorgesehen sei. Im Falle eines ernstgemeinten Vorschlags verlangte das Forum eine schnellstmöglichste und öffentliche Stellungnahme. Freitag, 29. September 2006„Solche Geschichten kenne ich aus Italien“Gelassen verfolgen die direkten Anlieger des Hotels am Stadtpark die Turbulenzen der letzten Wochen. In ihren Planungen spielt die braune Gefahr keine Rolle. von frank hethey delmenhorst. So leicht lässt sich Reinhard Jokic, der Pächter von Delmeburg und Delmehalle, nicht aus der Ruhe bringen. „Ich bin ein Optimist“, sagt er. Und deshalb hofft er, dass nichts wird aus den Plänen des Nazi-Anwalts Jürgen Rieger, im Hotel am Stadtpark ein rechtsextremistisches Schulungszentrum einzurichten. Ähnlich äußert sich auch ein weiterer direkter Hotelanlieger: Luigi Miccoli, Betreiber des italienischen Restaurants „Il Salento“ im Erdgeschoss des Hotelgebäudes. „Rieger kommt nicht. Hundertprozentig.“ Bleibt die Frage, ob sich die Nazi-Debatten schon jetzt negativ auf ihre Geschäfte ausgewirkt haben. Jokic verneint: „Die Leute sind zwar abwartender geworden. Bis jetzt wurde aber noch keine Veranstaltung storniert.“ Was im Falle eines Hotelverkaufs an Rieger passieren würde, sei allerdings schwer vorherzusagen. Für seine eigenen Zukunftspläne spielt Rieger jedenfalls keine Rolle. Bester Beweis: Obgleich Jokic schon im Dezember letzten Jahres gekündigt hatte, wird er seinen Pachtvertrag mit der städtischen Saalbau GmbH nun doch verlängern. Und zwar bis zum 30. Juni 2007. Der Vertragsentwurf sei praktisch unterschriftsreif, teilte der alte und neue Pächter gestern auf Nachfrage mit, es seien nur noch einige Detailfragen zu klären. Zur Begründung sagte Jokic, er habe vertragliche Verpflichtungen über Januar nächsten Jahres hinaus – also langfristige Vereinbarungen, die nicht ohne weiteres gekündigt werden könnten. Als besonders gut will er seine Geschäftsaussichten nicht bezeichnen. Doch eine Perspektive sieht er, Rieger hin oder her. Auch „Salento“-Chef Miccoli gibt nicht viel auf Riegers vollmundige Verlautbarungen. Der Name des Nazi-Anwalts sei doch nur ins Spiel gebracht worden, um den Kaufpreis in die Höhe zu treiben. „Solche Geschichten kenne ich aus Italien“, sagt Miccoli und winkt lachend ab. Und was, wenn doch etwas dran ist an dem Deal mit Rieger? „Dann würden wahrscheinlich meine Stammkunden fernbleiben. Und ich würde mir einen anderen Platz in dieser Stadt suchen.“ Zumal er als Italiener wohl kaum den Speisewünschen der neuen Kundschaft nachkommen könne: „Sauerkraut und Rouladen will ich nun wirklich nicht verkaufen. Das ist nicht meine Welt.“ Kein Zweifel, Miccoli ist das Lachen noch nicht vergangen. Ob er sich denn nicht persönlich bedroht fühle, als Ausländer? „Ganz und gar nicht. Diese Nazis sind doch nur eine ganz kleine Minderheit. Bis heute habe ich noch keinen vor der Tür gesehen.“ Anders Hubert Lauenburger, Chef des gleichnamigen Puppentheaters, das seit 25 Jahren alljährlich in Delmenhorst Station macht. Ihm ist das Hotel und die gesamte nähere Umgebung nicht mehr geheuer seit es derart in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt ist. Hinter den erleuchteten Hotelfenstern will Lauenburger verdächtige Gestalten gesehen haben. Darum gastiert er diesmal lieber in Annenheide statt auf den Graftwiesen. Sicher ist sicher. Auf Nummer sicher gehen auch Vera Emmert und die grüne Ratsfrau Ute Meyerdierks. So lange die braune Gefahr nicht endgültig vom Tisch ist, wollen sie sich weiterhin an den Mahnwachen vor dem Hotel beteiligen. Nur Helga Hermann, die im Kiosk ihrer Tochter Agnes an den Graftanlagen, mitarbeitet, sieht die Situation etwas anders. „Ich denke nicht, dass sich viel für den Kiosk ändern würde.“ Vielmehr ist sie von aktuellen Vorkommnissen beunruhigt. „Mehr Ärger als mit den ausländischen Mitbürgern werden wir mit den Nazis auch nicht haben“, bringt sie ihre persönliche Auffassung zum Ausdruck. Donnerstag, 28. September 2006Stadt unterm Hakenkreuz
Delmenhorst (tbr). Der Autor Paul Wilhelm Glöckner liest am morgigen Freitag ab 9 und ab 11 Uhr in der Stadtbücherei vor rund 90 Schülern der Integrierten Gesamtschule aus seinem Buch „Delmenhorst unter dem Hakenkreuz“. Darin behandelt er den Aufstieg der NSDAP und deren Machtübernahme in Delmenhorst in den dreißiger Jahren. Die Lesung findet aufgrund der aktuellen Vorkommnisse um das Hotel am Stadtpark statt.
Sondersitzung des Rats zum Hotel wird laut Stadt intensiv vorbereitet
Antwort an DGB / Neuer Anstoß für NPD-Verbot von Ortel
Delmenhorst (tbr). Der Erste Stadtrat Bernd Müller-Eberstein hat gestern als Vertreter des urlaubenden Oberbürgermeisters auf einen offenen Brief des DGB-Kreisverbandsvorsitzenden Ulrich Kelm geantwortet, der dem Rathaus unzureichende Informationen für die Bürger zur aktuellen Lage um das Hotel am Stadtpark vorgeworfen hatte. Vielen Delmenhorstern, so Kelm, sei nicht klar, über was zurzeit von den zuständigen Gremien verhandelt werde. Müller-Eberstein zitierte zur Aufklärung den Beschluss des Verwaltungsausschusses vom 19. September, den wir nebenstehend abdrucken. Zurzeit, so der Erste Stadtrat, werde die Sonderratssitzung für Donnerstag, 5. Oktober, intensiv vorbereitet. Zum öffentlichen Teil der Sitzung sei die Bevölkerung eingeladen. Unterdessen hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Holger Ortel den DGB-Kreisverbandsvorsitzenden schriftlich informiert, dass die SPD-Bundestagsfraktion und der SPD-Parteivorstand in Zusammenarbeit mit dem Parteirat seine neue Initiative zum rechtlichen Verbot der Nationaldemokratischen Partei (NPD) aufgegriffen haben. „Mein Fraktionsvorsitzender Peter Struck wird noch in dieser Woche ein Gespräch mit Innenminister Wolfgang Schäuble über die Chance eines neuen Anlaufes zum Verbot führen“, teilte Ortel auch den Medien mit. Über Ergebnisse werde er Kelm und damit das örtliche „Forum gegen rechts“ auf dem Laufenden halten. Der Beschluss vom 19. September: „Auf Vorschlag der Verwaltung hat sich der Verwaltungsausschuss der Stadt einvernehmlich geeinigt, die Verwaltung zu beauftragen, vor dem Hintergrund der im Schreiben des Ministeriums fürs Innere (MI) vom 19. September, 16.23 Uhr, genannten Rahmenbedingungen zu prüfen, ob und wie ein freihändiger Erwerb des ,Hotel am Stadtpark‘ mit dem von Herrn Mergel geforderten Kaufpreis in Höhe von 3,0 Millionen Euro unter Einbeziehung der Bürgerinitiative in Höhe von rund 0,9 Millionen Euro und eines über den GSG-Anteil in Höhe von 0,5 Millionen Euro hinausgehenden Betrages in Höhe von 1,6 Millionen Euro (Darlehen beziehungsweise Zuschuss an die GSG) durch die GSG möglich ist. Andere Alternativen im Hinblick auf die Auflagen des MI, dass ein derartiger Erwerb nur dann möglich ist, wenn er als unumgänglich eingestuft wird, sind zu prüfen und vorzustellen. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob und wie es möglich ist, bei erfolgtem Kauf eine größtmögliche Bürgerbeteiligung durch die Gründung eines Beirates bei der GSG für das Projekt ,Hotel am Stadtpark‘ sicherzustellen.“ Bürgerforum will CDU-Plan prüfen lassen
Delmenhorst (tbr). Das Bürgerforum „Neue Wege“ votiert in einem offenen Brief an den neuen CDU-Ratsherrn Heinz Stoffels und die Ratsfraktion seiner Partei dafür, den Alternativvorschlag der CDU zum Hotel am Stadtpark – Schuldenaufkauf und Zwangsversteigerung – schnellstens zu prüfen, bevor die von Mergel geforderten drei Millionen Euro ausgegeben werden. Für den Sprecherrat des Forums formulierte Michael Effenberg: „Es ist nicht auszuschließen, dass die Angelegenheit ein von Mergel inszenierter Bluff ist und Rieger am Ende eine gute Provision für die Bereitstellung seines Namens erhält.“ Allerdings möchte das Forum wissen, wie bei einer Zwangsversteigerung verhindert werden soll, dass Rieger doch noch zugreift, und ob die CDU einen Konsens mit der Bürgerinitiative anstrebt.
Aktionen gegen rechts vor Ort
Dienstag, 3. Oktober, 11 Uhr:„Sportler sagen Nein“ – Golfturnier des Golfclubs Oldenburger Land in Hatten-Dingstede; Infos und Anmeldungen unter Telefon (04482) 8280.
Freitag, 6. Oktober, 19.30 Uhr: Konzert „Delmenhorst sagt Nein!“ der Musikschule Delmenhorst (MSD) mit dem Gesangverein „Teutonia Delmenhorst“, Aula des Willms-Gymnasiums. Bis auf Weiteres täglich von 11 bis 13 Uhr: Mahnwache vor dem Hotel am Stadtpark. Jeden Tag, auch Sonnabend und Sonntag, 8 bis 20 Uhr: Aktionsbüro beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Lange Straße 72, zu erreichen unter der Telefonnummer (04221) 17030. Mittwoch, 27. September 2006„Die Bürger wollen kein weiteres Geplapper“Delmenhorst (tbr). „Vor neun Wochen sind wir als Bürgerinitiative ,Für Delmenhorst‘ gestartet und haben seither mit den mutigen Delmenhorster Bürgern einiges erreicht“, sagen Günter Feith und Gerd Renker. Trotzdem können sich die Initiatoren des Bürgerlichen Engagements nach eigenen Worten nicht so recht freuen. Ihre Forderung lautet: „Wir erwarten für die Ratssitzung am 5. Oktober endlich öffentliche Zustimmung aller Parteien zum Hotelkauf, schließlich ist der Wahlkampf vorbei.“ Um jedem Ratsmitglied das nötige Wissen für die Entscheidung an die Hand zu geben, gehen sie jetzt auf die Politik zu und bieten eine offene und vertrauliche „BeRATschlagung“ an. „Wir wollen informieren und sind in der Lage, bei fast jeder Frage Hilfestellung zu geben, also nutzen Sie gern unser ungewöhnliches Angebot“, sagt Günter Feith in Richtung des noch bis 31. Oktober amtierenden alten Stadtrats. Gerd Renker fügt hinzu: „Es wird endlich Zeit zu handeln. Die Bürger wollen kein weiteres Geplapper, die Bürger wollen das Hotel endlich kaufen!“ Da sie nicht wissen, ob sie auf Resonanz seitens der Politiker hoffen dürfen, wollen Renker und Feith den Kontakt parallel zum Aufruf auch persönlich suchen. Dabei verweisen sie auf starke Argumente: Vermittler Dr. Christian Glass hat Stadtverwaltung und Hotelbesitzer an einen Tisch zurückgeholt, die Kaufpreisforderung konnte um 400.000 Euro reduziert werden, der Widerstand der Bevölkerung spiegelt sich in zahlreichen nationalen und internationalen Medienberichten, rund 920.000 Euro sind gesammelt. Jetzt müsse die Politik dringend zu einer verbindlichen Entscheidung kommen. Bildunterschrift: Gute Laune in direkter Nähe des Hotels am Stadtpark: „Delmenhorster wollen ihre Stadt bunt statt braun“ war der Blumenzwiebelverkauf überschrieben, der gestern 505 Euro für das Spendenkonto der Aktion „Hotel am Stadtpark“ einbrachte. Wer Narzissen oder Tulpenzwiebeln zum Stückpreis von einem Euro erwarb, gab sie gleich wieder ab. Schon heute werden Mitarbeiter von „Stadtgrün“ sie in die Wiese vor der AOK pflanzen, auf dass Delmenhorst 2007 erblühe. FOTO: Thomas Breuer Aktionen gegen rechts vor Ort
Dienstag, 3. Oktober, 11 Uhr: „Sportler sagen Nein“ – Golfturnier des Golfclubs Oldenburger Land in Hatten-Dingstede; Infos und Anmeldungen unter Telefon (04482) 8280.
Freitag, 6. Oktober, 19.30 Uhr: Konzert „Delmenhorst sagt Nein!“ der Musikschule Delmenhorst (MSD) mit dem Gesangverein „Teutonia Delmenhorst“, Aula des Willms-Gymnasiums. Bis auf Weiteres täglich von 11 bis 13 Uhr: Mahnwache vor dem Hotel am Stadtpark. Jeden Tag, auch Sonnabend und Sonntag, 8 bis 20 Uhr: Aktionsbüro beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Lange Straße 72, zu erreichen unter der Telefonnummer (04221) 17030. CDU bleibt bei 2,5 Millionen
Delmenhorst (rfg). Die CDU bleibt bei ihrer Forderung, nicht mehr als 2,5 Millionen Euro für das Hotel Am Stadtpark auszugeben. Das ist das Ergebnis der gestrigen Fraktionsberatung der CDU. „Es besteht aus unserer Sicht absolut keine Notwendigkeit, mehr als die 1,6 Millionen Euro der Stadt plus dem über Spenden gesammelten Geld auszugeben“, sagte Kurt Freimuth. Der Fraktionschef kündigte, seine Fraktiion werde „sehr genau“ nachfragen, sollte das Prüfungsergebnis der Verwaltung am Donnerstag zu einem anderen Ergebnis kommen.
Dienstag, 26. September 2006Aktionen gegen rechts vor Ort
Heute, 11 Uhr: „Delmenhorster wollen ihre Stadt bunt und nicht braun“ – Verkauf von Blumenzwiebeln à 1-Euro-Spende bei der AOK.
Dienstag, 3. Oktober, 11 Uhr: „Sportler sagen Nein“ – Golfturnier des Golfclubs Oldenburger Land in Hatten-Dingstede; Infos und Anmeldungen unter Telefon (04482) 8280. Freitag, 6. Oktober, 19.30 Uhr: Konzert „Delmenhorst sagt Nein!“ der Musikschule Delmenhorst (MSD) mit dem Gesangverein „Teutonia Delmenhorst“, Aula des Willms-Gymnasiums. Bis auf Weiteres täglich von 11 bis 13 Uhr: Mahnwache vor dem Hotel am Stadtpark. Jeden Tag, auch Sonnabend und Sonntag, 8 bis 20 Uhr: Aktionsbüro beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Lange Straße 72, zu erreichen unter der Telefonnummer (04221) 17030. „Das ist eine positive Aktion, die auch ohne Hotelstreit funktioniert“Delmenhorst (tbr). „Sich in die Liste der Unterstützer der Aktion ,Hotel am Stadtpark‘ einzutragen ist mutig. Sich aber auf einem Plakat offen zu seiner Stadt zu bekennen, ist ein noch mutigerer Schritt.“ Das sagt der Fotokünstler Johann Peter Eickhorst. 47 Delmen- horster haben den Schritt gewagt, sich von ihm porträtieren lassen und sind jetzt im Stadtgebiet auf Plakatwänden und Aufstellern zu bewundern. Alle eint die groß zu lesende Aussage: „Ich lebe gern in Delmenhorst!“ 600 Plakate hat Eickhorst mit Unterstützung von Sponsoren aufgelegt, rund 400 sollen das Stadtbild bis Mitte Oktober zieren. Eickhorst und seine Helfer dürfen dafür dank einer städtischen Ausnahmegenehmigung die ausgedienten Plakatträger der politischen Parteien nutzen. „Die Plakataktion ,Ich lebe gern in Delmenhorst‘ ist eine Kunstaktion, die auch bundesweit einmalig ist“, sagt Eickhorst. „Denn hier outen sich couragierte Delmenhorster zu rechten Umtrieben. Dazu gehört eine große Portion Zivilcourage, denn die Mehrheit der Bürger ist zwar von der Aktion angetan, aber auf keinen Fall bereit gewesen, dies auch mit ihrem Konterfei zu zeigen.“ Die Fotografien entstanden während mehrerer öffentlicher Termine vor dem Eingang zum Hotel am Stadtpark. Doch Eickhorst will das Projekt nicht nur als Beitrag zur gegenwärtigen Situation verstanden wissen, sondern sieht dahinter einen generellen Wert: „Das ist eine positive Aktion, die auch ohne Hotelstreit funktioniert.“ Bereits als er mit Gerd Renker, einem der Initiatoren der Bürgerinitiative „Für Delmenhorst“, am Sonntag einige Plakate klebte, waren beide von Leuten umringt, die sich für die Aktion und die abgebildeten Personen interessierten. Es gab allerdings auch schon andere Reaktionen: Drei Plakate direkt am Hotel wurden bereits abgerissen und durch NPD-Aufkleber ersetzt. Kaufleute, die ein Plakat für ihr Geschäft wünschen, können sich bei Eickhorst unter Telefon (04221) 43055 melden. Bildunterschrift: Hans-Dieter Gröne von den Grünen (oben) unterstützte Johann Peter Eickhorst gestern Vormittag beim Kleben der Plakate. FOTO: Thomas Breuer Goldene Schallplatte wird für Hotel-Konto versteigertDelmenhorst (tbr). Der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst, hat unserer Zeitung gestern bestätigt, dass die von Sarah Connor gespendete goldene Schallplatte ihres Hits „From Sarah With Love“ für das städtische Treuhandkonto der Aktion „Hotel am Stadtpark“ versteigert werden soll. Wie und wann das passieren wird, ließ er allerdings offen. Die 26-Jährige hatte den Landesverbänden der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Hamburg sowie dem Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden von Niedersachsen über ihren Manager Heinz-Gerd Lütticke die Spende angekündigt. Zur Übergabe ist es allerdings noch nicht gekommen. „Sarah Connor möchte zurzeit nicht in die Öffentlichkeit, und wir überlegen jetzt, wie wir das hinbekommen“, sagte Fürst. Entsprechend kann er noch keinen Termin für die geplante Versteigerung nennen. „Wir haben uns sehr spät in die Hotel-Diskussion eingeschaltet“, sagte der Landesvorsitzende, „sind uns aber im Klaren, dass jeder Beitrag hilft.“ Der Wille, die Aktion zu unterstützen, sei da. Bildunterschrift: Besondere Spende zum Wohl von Delmenhorst: Sarah Connor, hier während ihrer vergangenen Tournee.aRchivfOTO: Christian Schnöink Montag, 25. September 2006Blumen für eine bunte statt braune Stadt
Delmenhorst (tbr). Das „Forum gegen rechts“ verkauft am morgigen Dienstag von 11 bis 15 Uhr auf der Rasenfläche vor der AOK am Hans-Böckler-Platz Narzissen- und Tulpenzwiebeln zum Stückpreis von einem Euro. Der Erlös wird auf das Treuhandkonto der Aktion „Hotel am Stadtpark“ eingezahlt. Bereits am Mittwoch sollen die Blumenzwiebeln von der Rathaus-Abteilung „Stadtgrün“ in den Rasen eingepflanzt werden.
Aktionen gegen rechts vor Ort
Dienstag, 26. September, 11 Uhr: „Delmenhorster wollen ihre Stadt bunt und nicht braun“ – Verkauf von Blumenzwiebeln à 1-Euro-Spende bei der AOK.
Dienstag, 3. Oktober, 11 Uhr: „Sportler sagen Nein“ – Golfturnier des Golfclubs Oldenburger Land in Hatten-Dingstede; Infos und Anmeldungen unter Telefon (04482) 8280. Freitag, 6. Oktober, 19.30 Uhr: Konzert „Delmenhorst sagt Nein!“ der Musikschule Delmenhorst (MSD) mit dem Gesangverein „Teutonia Delmenhorst“, Aula des Willms-Gymnasiums. Bis auf Weiteres täglich von 11 bis 13 Uhr: Mahnwache vor dem Hotel am Stadtpark. Jeden Tag, auch Sonnabend und Sonntag, 8 bis 20 Uhr: Aktionsbüro beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Lange Straße 72, zu erreichen unter Telefon (04221) 17030.
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