Donnerstag, 31. August 2006Landesregierung gibt kein Geld zum HotelkaufDer Ex-Hotelier habe früher in der Stadt investiert. Jetzt müsse gemeinsam über ein Nutzungskonzept und über den Kaufpreis geredet werden. Von Ralf Freitag Delmenhorst. Die Landesregierung wird sich nicht finanziell am Kauf des Hotels Am Stadtpark beteiligen. Das sagte Ministerpräsident Christian Wulff gestern Abend dem dk am Rande einer Wahlkampfveranstaltung der CDU in der Annenheider Schützenhalle. Vielmehr sei es jetzt wichtig, zusammen mit dem bisherigen Hotelbesitzer und der Stadt über ein vernünftiges Nutzungskonzept für die Immobilie, etwa ein Altenheim, und einen angemessenen Kaufpreis zu beraten. Während seiner Rede vor Parteifreunden sagte Wulff auch, der Ex-Hotelier habe in der Vergangenheit in Delmenhorst investiert, Gäste und damit Kaufkraft nach Delmenhorst geholt, bis er in einen offenbar unauflösbaren Streit mit der Stadt geriet. Dies sollte man jetzt beiseite schieben und gemeinsam nach einer Lösung suchen, statt auf Gutachten auf der einen und Geldforderungen auf der anderen Seite zu pochen. „Delmenhorst hat es mit seiner demokratischen Geschichte nicht verdient, dass der Name der Stadt dauerhaft mit Nazis in Verbindung gebracht wird“, sagte Wulff, der die Bevölkerung für ihren Einsatz gegen ein rechtsextremes Schulungszentrum ausdrücklich lobte. Wulff ging in seiner Rede vor allem auf die Aktiv-Posten der Regierungskoalition in Hannover ein. So habe das Land durch konsequenten Schulden- und Bürokratieabbau bei den wirtschaftlichen Wachstumsquoten an Bayern und Baden-Württemberg „angedockt“. „Die machen viel Wind, wir haben mehr davon“, brachte Wulff auch die Entwicklung der erneuerbaren Energien ins Spiel. Delmenhorst werde von dieser Wirtschaftsentwicklung durch den Ausbau des Jade-Weser-Ports, der Weser-Vertiefung und den weiteren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur profitieren. „Wer von Amsterdam nach Moskau möchte, muss über Delmenhorst fahren“, sagte der Ministerpräsident. Die neuen Ansätze in der Bildungspolitik durch die Einstellung von 2500 neuen Lehrern, die Abschaffung der Orientierungsstufe und den Einstieg in die frühkindliche Bildung machten das Land attraktiv für die Wirtschaft. Nach seiner Rede fuhr Wulff nach Wildeshausen. @ Das Interview mit Christian Wulff und die Rede des Ministerpräsidenten als Video unter www.dk-online.de Bildunterschrift: Warme Worte für den Wahlkampf: CDU-Landtagsabgeordnete Annette Schwarz und CDU-Oberbürgermeisterkandidat Heinz Stoffels begrüßen Ministerpräsident Christian Wulff.FOTO: Ralf Freitag Aktionen gegen rechts vor Ort
Bis Dienstag, 12. September: Bücherflohmarkt gegen rechts in der Stadtbücherei.
Bis auf Weiteres täglich von 11 bis 13 Uhr: Mahnwache vor dem Hotel am Stadtpark. Freitag, 1. September, 17.30 Uhr: Kranzniederlegungen zum Antikriegstag auf dem katholischen Friedhof an der Oldenburger Landstraße und dem Friedhof Bungerhof an der Friedensstraße. Freitag, 1. September, 18 Uhr: Benefizkonzert gegen rechts mit Duracell und Low Rider in der Villa, Oldenburger Straße. Jeden Tag, auch Sonnabend und Sonntag, 8 bis 20 Uhr: Aktionsbüro beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Lange Straße 72, zu erreichen unter Telefon (04221) 17030. Julis unterstützen jungen ProtestDelmenhorst (ua). In der Stadt formiert sich zunehmend Protest der jungen Generation gegen Rechtsradikalismus. Über die aufsehenerregende Problematik um den möglichen Verkauf des Hotels am Stadtpark an Neonazis hinaus soll mit langfristigen Schulprojekten und einem Kraftakt aller Demokraten rechten Ideologien und der Perspektivelosigkeit der Kampf angesagt werden. "Julis unterstützen jungen Protest" vollständig lesen Mittwoch, 30. August 2006Umstrittenes Hotel ist nur 1,33 Millionen Euro wert
Verkehrswertgutachten liegt vor / Stadt ersucht dringend um weitere Spenden
Das Rathaus strebt eine „gütliche Einigung“ mit Hotelier Günter Mergel an. Dafür sei das bürgerschaftliche Engagement weiter notwendig. Von Thomas Breuer Delmenhorst. Im Ringen um eine Lösung beim Verkauf des Hotels am Stadtpark, die im Delmenhorster Sinne ist, steht seit gestern eine neue, verbindliche Zahl im Raum. Der Gutachterausschuss der niedersächsischen Katasterverwaltung hat der Stadt und dem Hotelbesitzer Günter Mergel zeitgleich sein binnen weniger Tage erstelltes Verkehrswertgutachten zugestellt und darin einen Wert von 1,33 Millionen Euro für die Immobilie festgelegt. Er liegt damit deutlich unter der Summe von 3,4 Millionen Euro, die Mergel einfordert und die angeblich der rechtsextreme Anwalt Jürgen Rieger über die von ihm verwaltete Wilhelm-Tietjen-Stiftung zu zahlen bereit ist. "Umstrittenes Hotel ist nur 1,33 Millionen Euro wert" vollständig lesen 30 Bürgermeister gegen Hotelverkauf an Rieger
„Die gesamte Region wird sich wehren“
Delmenhorst (tbr). Die Region macht geschlossen Front gegen den drohenden Verkauf des Hotels am Stadtpark an den rechtsextremen Anwalt Jürgen Rieger. 30 Bürgermeister im Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen haben einen offen Brief an Hotelier Günter Mergel unterzeichnet, in dem sie ihn auffordern dazu beizutragen, dass sich die Region „weiterhin als lebenswert, weltoffen und tolerant präsentiert und nicht als Nazihochburg“. Als Vorstandsmitglieder haben der Bremer Senator Ronald-Mike Neumeyer und der Landerat des Landkreises Oldenburg, Frank Eger, ebenfalls unterschrieben. Das Schreiben hat folgenden Wortlaut: "30 Bürgermeister gegen Hotelverkauf an Rieger" vollständig lesen Werder-Trikots spielen 6722 Euro ein1500 Euro von Schaustellern
Delmenhorst (rfg). Der Bremer und Delmenhorster Schaustellerverband haben 1500 Euro für den Kauf des Hotels Am Stadtpark durch die Stadt gespendet. 1000 Euro kommen vom Bremer, 500 vom kleineren Delmenhorster Verband. Das sagte der Sprecher des Delmenhorster Schaustellerverbandes Gerhard Berger dem dk. Selbstverständlich seien alle Kramermarktschausteller durch die Hotel-Diskussion betroffen. „Wir wollen ganz bewusst mit dem Herbstmarkt ein Zeichen gegen rechts setzen“, sagte Berger. Schließlich seien auf allen Volksfesten Toleranz und Integration wichtige Bestandteile.
Aktionen gegenrechts vor Ort
Bis Dienstag, 12. September: Bücherflohmarkt gegen rechts in der Stadtbücherei.
Bis auf Weiteres täglich von 11 bis 13 Uhr: Mahnwache vor dem Hotel am Stadtpark. Freitag, 1. September, 17.30 Uhr: Kranzniederlegungen zum Antikriegstag auf dem katholischen Friedhof an der Oldenburger Landstraße und dem Friedhof Bungerhof an der Friedensstraße. Freitag, 1. September, 18 Uhr: Benefizkonzert gegen rechts mit Duracell und Low Rider in der Villa, Oldenburger Straße. Jeden Tag, auch Sonnabend und Sonntag, 8 bis 20 Uhr: Aktionsbüro beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Lange Straße 72, zu erreichen unter Telefon (04221) 17030. „200 Frontmeter können wir nicht ausgleichen“Wochenlang hat er geschwiegen. Doch die ständigen Vorwürfe von Ex-Hotelier Günter Mergel gegen seine Person zehren an seinen Nerven. Von Ralf Freitag Delmenhorst. Gerhard Berger, Sprecher des Delmenhorster Schaustellerverbandes, ist normalerweise ein Mann der besonnenen und klaren Worte. Seit dem gestrigen RTL-Beitrag über Günter Mergel und dessen Ärger mit den Schaustellern und der Stadtverwaltung sowie seine Pläne, das Hotel Am Stadtpark zu verkaufen, reicht es ihm. „Wieder und wieder hat Mergel in den vergangenen Wochen öffentlich mir persönlich die Schuld daran gegeben, dass er sein Hotel schließen musste. Das sind Angriffe auf meine Familie und meinen Namen, die ich einfach nicht hinnehmen kann“, sagte Berger gestern im Gespräch mit dem dk. "„200 Frontmeter können wir nicht ausgleichen“" vollständig lesen Dienstag, 29. August 2006Neuseeland will es auch wissenLars Gremlowski und Andreas Gelker entdeckten sogar im „New Zealand Herald“ einen Bericht über den geplanten Verkauf des Hotels am Stadtpark. Von Thomas Breuer Delmenhorst. Mitten im neuseeländischen Winter, der gar nicht so kalt ist, jagte eine Nachricht aus der Heimat Lars Gremlowski (25) und Andreas Gelker (28) einen Schauer über den Rücken. Neonazis wollen das Hotel am Stadtpark kaufen – kaum zu glauben für die beiden jungen Männer, die zurzeit ihr drittes Studienjahr im „Internationalen Studiengang für Umwelttechnik“ der Hochschule Bremen an der Massey University in Palmerston North in Neuseeland absolvieren. "Neuseeland will es auch wissen" vollständig lesen Unterstützung aus Berlin gegen rechts hält anDelmenhorst (ua). Der Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion bei Fragen des Rechtsextremismus und Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages, Sebastian Edathy, hat seine Unterstützung für die Zeit „nach Rieger“ angekündigt. In einer Gesprächsrunde mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund, an der auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Holger Ortel, Bürgermeisterin Swantje Hartmann, SPD-OB-Bewerber Patrick de La Lanne und die stellvertretende Unterbezirksvorsitzende Antje Beilemann teilnahmen, wurde „lose vereinbart“ außerschulische Projekte zur Stärkung demokratischen Bewusstseins bei Kindern und Jugendlichen finanziell zu fördern. Wie zahlreiche Politiker vor ihm nannte auch Edathy das Bürgerengagement gegen den Verkauf des Hotels am Stadtpark an den Rechtsextremisten Rieger beeindruckend. Er selbst habe als Sohn eines in Indien geborenen Vaters und einer Mutter aus Mecklenburg Vorpommern Migrationshintergrund, saget Edathy. Rechtsextremismus stehe für Barbarei. Nicht Ausstiegsprogramme sondern Ver-hinderungsprogramme seien das Mittel der Stunde. Ortel bedauerte, dass die Landesregierung die Zentrale für politische Bildung in Niedersachsen abgeschafft habe. „Diese Lücke müssen wir schließen“. Bildunterschrift: Holger Ortel, Sebastian Edathy (beide MdB) und Swantje Hartmann (v.l.) im SPD-Büro. FOTO: Ulrich Arlt „Wir gehen weiter von 3,4 Millionen Euro aus“
Stadt geht trotz Maklerauftrags nicht von höherem Preis aus
Jetzt müsse Günter Mergel Auskunft geben, wer für die Stadt künftig Verhandlungspartner beim Kauf des Stadtparkhotels ist, sagte Stadtsprecher Timo Frers. Delmenhorst (ti). Die Stadt geht davon aus, dass sich die Kaufsumme für das Stadtparkhotel in Höhe von 3,4 Millionen Euro auch nach dem Einschalten des Immobilienmaklers Wilfried Meyer nicht erhöht. Das sagte Rathaussprecher Timo Frers gestern auf dk-Anfrage. Der Rasteder Makler hatte angegeben, einen Exklusiv-Auftrag vom Hotelbesitzer Günter Mergel erhalten zu haben und damit ab sofort für die Kaufabwicklung zuständig zu sein. Meyer bietet das Hotel bereits auf einer Vermittlungsplattform für Immobilien im Internet an, auf der er für das „aus allen Medien aktuell bekannte Hotelgebäude“ wirbt. In seinem Angebot hat Meyer eine Provision in Höhe von 5,8 Prozent des Verkaufspreises angegeben. Hingegen habe Meyer im Hinblick auf eine mögliche Maklerprovision in einem Schreiben an die Stadt angegeben, „kein Verhinderungsbüro“ zu sein. „Außerdem hatte die Stadt schon vorher Kaufinteresse angemeldet, so dass sich die Kaufsumme nicht um eine Maklerprovision erhöhen dürfte“, sagte Frers. In den vergangenen Verhandlungen mit Mergel sei indes nie die Rede von einem Makler gewesen. Die Stadtverwaltung hoffe nun, möglichst schnell vom Hotelbesitzer Günter Mergel zu erfahren, ob nun Meyer oder weiterhin Dr. Christian Glaß künftig der zuständige Ansprechpartner bei den Verhandlungen bezüglich der Kaufabwicklung ist. Einen offiziellen Termin zwischen Meyer und Stadtrat Gerd Linderkamp habe es entgegen der Aussage des Immobilienmaklers nicht gegeben. Vielmehr sei Meyer unangekündigt aufgetaucht und habe Linderkamp lediglich eine Kopie des Alleinauftrags gezeigt. Aktionen gegen Rechts vor Ort
Heute, 18 Uhr: Heigln gegen rechts, Treffpunkt ist das Hotel am Stadtpark;
Bis heute, 20.30 Uhr: Versteigerung von fünf Spielertrikots des SV Werder Bremen – unter anderem von Klose und Diego – mit Unterschriften der gesamten Mannschaft im Internet-Auktionshaus „ebay“ (Stichworte: Werder, Trikot, Delmenhorst); Bis heute: Bücherflohmarkt der Stadtbücherei im City-Center, Lange Straße; Bis auf Weiteres täglich von 11 bis 13 Uhr: Mahnwache vor dem Hotel am Stadtpark. Freitag, 1. September, 18 Uhr: Benefizkonzert gegen rechts mit Duracell und Low Rider in der Villa, Oldenburger Straße. Jeden Tag, auch Sonnabend und Sonntag, 8 bis 20 Uhr: Aktionsbüro beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Lange Straße 72, zu erreichen unter der Telefonnummer (04221) 17030. Sie sind schon unter den vielen Spendern:Bildunterschrift: Die Malteser-Schwesternhelferinnen Lona Habedank, Käthe Kösling und Anne Schumann (1., 3. und 4. v. li.) und ihre Unterstützerinnen sammelten bei ihren beiden „Flohmärkten gegen rechts“ an den vergangenen Sonnabenden vor dem ehemaligen Leffers-Haus insgesamt 1420 Euro für den Hotelankauf durch die Stadt.FOTO: Sonia Essmann Montag, 28. August 2006Gregor Gysi bietet Hilfe beim Hotel-Kauf anDer frühere PDS-Vorsitzende tourt derzeit durch Norddeutschland, um sich ein Bild vom Aufbau der Links-Partei zu machen. Von Ralf Freitag Delmenhorst. Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag Gregor Gysi hat gestern im dk-Gespräch seine Hilfe bei einem möglichen Kauf des Hotels Am Stadtpark durch die Stadt angeboten. Gysi, der sich zurzeit auf einer Rundreise durch Norddeutschland befindet, sagte, der anfangs von der Links-Partei initiierte Widerstand der Delmenhorster Bürgerinnen und Bürger sei in Berlin „mit Respekt“ aufgenommen worden. Es habe ihn erstaunt, wie schnell die Stadtverwaltung zusammen mit den Parteien gehandelt habe. „Ein derartiger Beschluss, wie ihn der Stadtrat mit der Konsequenz des Vorkaufsrechtes gefasst hat, wäre so in einigen anderen Kommunen nicht möglich gewesen“, sagte Gysi. Er schlug OB-Kandidat Jörg Dombrowe vor, ihn über die konkreten Verkaufswerte zu unterrichten, sobald das Wertgutachten vorliege. „Wenn es dann noch eine Deckungslücke zwischen den Spenden und der Summe, die die Stadt tragen kann, gibt, könnte ich – auch zusammen mit den anderen im Bundestag vertretenen Parteien – eine bundesweite Spendenaktion initiieren“, sagte Gysi. "Gregor Gysi bietet Hilfe beim Hotel-Kauf an" vollständig lesen
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